Als Relikte aus der La Téne-Zeit wurden einige der seinerzeit im Siegerland errichteten Schmelzöfen ( Renöfen ) an das Tageslicht zurückgebracht und konserviert. Die damals zu Tage tretenden erzhaltigen Gesteinsschichten wurden von den vor gut 2.000 Jahren bei uns lebenden keltischen Stämmen ausgebeutet – das Erz wurde in den Renöfen geschmolzen und dann zu Werkzeugen verarbeitet.
Ab dem 15. Jahrhundert haben wir zahlreiche Urkunden über den hiesigen Bergbau = Verleihung von Bergrechten … Rechtsstreitigkeiten … Verletzung von Grubengrenzen … Grubenunglücke … etc.
Das Mittelalter brachte bei uns eine erste Blütezeit der Erzgewinnung und -verarbeitung und damit auch eine positive Bevölkerungsentwicklung. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts dann der Einstieg in den industriellen Bergbau.
Der Niedergang wurde eingeläutet duch den massiven Raubbau im Zusammenhang mit dem enormen Stahlbedarf des Deutschen Reiches während des Ersten Weltkieges.
Etliche Siegerländer Grubenbetriebe wurden ab 1940 stillgelegtt.
Besichtigt haben wir im Rahmen einer vom FDP-Kreisverband organisierten Führung den Reinhold Forster Erbstollen in Eiserfeld – er war der Grund-/Versorgungsstollen für die Grube „Eisenzecher Zug“. Diese Grube war europaweit eine der gößten und tiefsten Eisenerzgruben – 1960 wurde der Betrieb endgültig eingestellt.
Die Grube hat eine Tiefe von gut 1.300 Metern – die übereinander liegenden Stollen haben einen Höhenabstand vonn jeweils rd 40 Metern.
Die Förderanlagen, die Be- und Entlüftungsanlagen sowie das Entwässerungssytem, die Transportgeräte und Werkzeuge wurden uns vom sachkundigen Führer Hans Joachim Maß ( in ihrer jeweiligen technischen Entwicklung ) nicht nur erläutert … wir konnten sie auch anfassen. Die Erhaltung des Besucherbergwerks obliegt der im Jahr 2015 neu gegründeten Gewerkschaft Eisenzecher Zug.
Der Erzbergbau und die Verhüttung sowie die Verarbeitung hier vor Ort im Siegerland waren die Grundlage für die Gründung und Entwicklung zahlreicher hiesiger metallverarbeitender Unternehmen – über 100 davon werden zu den Weltmarktführern in ihrer jeweiligen Sparte gezählt.