IHK Siegen – Jahresempfang mit Rede des FDP-Vorsitzenden Christian Lindner

Den Jahresempfang der Industrie- und Handelskammer Siegen besuchten diesmal 1.500 Unternehmerinnen und Unternehmer – deutlich mehr als in den Jahren zuvor. Dies lag wohl daran, daß Christian Lindner (Bundesvorsitzender der FDP und Vorsitzender der FDP-Landtagsfraktion) als Redner angekündigt war.

Der IHK-Präsident Felix G. Hensel begrüßte Christian Lindner als Hoffnungsträger für ordnungspolitisch kluges Denken und Handeln. In seiner Rede ging er dann zuerst auf die globalen Umwälzungen mit Not, Flucht und Völkerwanderung ein „Weltpolitik erleben wir nun ganz nah bei uns in der Region“. Hierzu vermisse er sowohl die europäischen Antworten als auch die notwendigen Entscheidungen bei uns in Deutschland.

eines unserer vielen traditionellen Familienunternehmen

Herkules – eines unserer vielen traditionellen Familienunternehmen (in einem alten Gewerbegebiet)

 

Kritisiert wurden dann von ihm:  die  Finanzpolitik  der EZB – die zu forsche  Energiewende  – die unsere Familienunternehmen benachteiligende  Steuerpolitik  – überzogene staatliche  Regulierungen  – die Vernachlässigung von Investitionen in die regionale  Infrastruktur (u.a. fehlende Regelungen für den Schwerlastverkehr) – besonders dringlich sei der zügige Ausbau des Breitbandnetzes (Glasfaser statt Kupfer) für die Festigung und Entwicklung unseres Wirtschaftsstandortes – die unzureichende  Erschließung neuer  Gewerbeflächen.

Etntwicklung neuer Gewerbeflächen im Leimbachtal - in Siegen sind wir aktiv

Entwicklung neuer Gewerbeflächen im Leimbachtal – in Siegen sind wir aktiv  (einer meiner Schwerpunkte)

Trotz aller Hemmnisse sei es durch unternehmerisches Können gelungen, auch im vergamgenen Jahr die Zahl der sozialversicherten Arbeitsplätze auszubauen und die konjunkturellen Schwankungen abzufedern….. Ausblick auf 2016 – verhalten positiv, aber drohende Belastungen für die Stahlbranche ( EU-Bestimmungen für Treibhausgase sowie Subventionen in China).

Lindner in Aktion

Lindner in Aktion

 

Christian Linder kritisiert in seiner Rede die  Wirtschaftspolitik der Bundesregierung  ,,,  aus dem Ruder laufende Energiepolitik  –  Rente mit 63 = demografisch kontraproduktiv  –  ausufernde Bürokratie  –  überteuertes Gesundheitswesen  –  unzulängliche Bildungspolitik  –  falsche Entscheidungen beim notwendigen Ausbau des Breitbandnetzes etc.  Im übrigen vermisse er mehr Raum für Eigenverantwortung, für Innovationen und für Wettbewerb  – wo bleiben die notwendigen Reformanstrengungen  ?

Kernsätze der FDP zur  Flüchtlingspolitik  =  Wir schaffen das ist ein richtiges Ziel (keine German Angst) – aber wo bleibt das Handeln, um dies in der Praxis zu schaffen ?  Zerrissenheit in der Koalition hemmt die Entscheidungen  –  wo ist der solidarische Realismus in Deutschland und in Europa?  –  es fehlt ein zeitgemäßes Einwanderungsgesetz – Kriegsflüchtlinge brauchen andere Regelungen als Asylbewerber  –  mehr Engagement ist gefordert vor Ort in den Krisenregiionen.

Meine Meinung: die anstehenden Entscheidungen müssen sowohl humanitären als auch ökonomischen Anforderungen entsprechen – nicht jammern, sondern überall „mit anpacken“ nicht nur mit Worten sondern mit konkretem Handeln.